Dienstag, Juli 04, 2006

Klassenfahrt auf die Wegscheide

Vor zwei Wochen war ich als Betreuerin mit auf einer Klassenfahrt. Meine Freundin Anke fuhr mit ihrer Klasse der 4b auf die Wegscheide bei Bad Orb. Allein mit 18 Kindern wollte sie nicht fahren (oder durfte nicht?bin ich grad nicht informiert) und so fuhren Sandra und ich mit! Die Kids kannte ich noch von der letzten Klassenfahrt, als sie Anfang der 3.Klasse wegfuhren. Nun sind fast 11/2Jahre vergangen, trotzdem erkannte ich sie alle noch und wusste sogar noch fast alle Namen. Das wird eh interessant wenn ich später mal von meinen Schülern alle Namen mir merken möchte, aber so bleibt das Gehirn fit! :)
Jedenfalls fuhren wir mit einem Bus von Frankfurt aus auf die Wegscheide. Es ist eine schöne Gegend dort. Geografischgesehen befanden wir uns im Spessart, zumindest hatte ich das auf einem Schild gelesen.
Bereits die Ankunft war ein kleines Chaos, denn die "Kleinen" hatten nichts weiter zu tun, als die ganzen Taschen herauszuziehen und wenn möglich noch darauf herumzutrampeln. Als ich dann meinen kultivierten Kulturbeutel öffnete, ergoß sich mir mein Shampoo über sämtliche anderen Gegenstände!Grrrrrrr. Kinder, da frag ich mich immer: Waren wir damals auch so? Nein, auf keinen Fall, wir waren stets diszipliniert und ordentlich! :)
Die Unterkunft war so, dass die Jungen in einem Zimmer und Mädels in einem anderen waren.
Dort Nachtruhe reinzubringen war mal wieder ein Highlight! Doch irgendwann kamen auch die letzten zur Ruhe.
Zum Glück schliefen Sandra und ich ein paar Meter entfernt von dem Zimmer der Mädels, denn diese und auch die Jungs waren bereits sehr sehr zeitig munter. Ach ja, und Anke musste bereits noch früher raus, da die viele Schokolade vom Vorabend (eigentlich sollten sie ja alles abgeben, aber wer nicht hören will der muss fühlen) bei einem Mädel sich nicht mit ihrem Verdauungstrakt verstand und dort hin wollte, wo sie herkam. Aber von dem Ganzen bekamen wir nichts mit und schlummerten richtig gut. Die nächsten Tage konnten wir immer länger schlafen, weil auch die Kinder anscheindend von der vielen frischen Luft sehr kaputt waren und manchmal noch länger als wir schliefen.
Manchmal hätten wir uns aber schon Ohrstöpsel gewünscht. Eine Lautstärke herrschte teilweise, das glaubt kein Mensch. Normal unterhalten ging gar nicht, sie mussten sich immer teilweise anschreien bzw. wurde einer immer lauter als der andere. Und was taten wir? Aus pädagogischer Sichtweise vielleicht nichts ganz verständlich, aber um uns Ruhe zu verschaffen konnte wir sogar noch eins drauflegen und lauter sein als die Kinder! Schreien hat ja manchmal auch was befreiendes an sich!haha.
Ich frag mich grad, ob wir unsere Lehrer damals mit "Du" oder mit "Sie" ansprachen. Ich dächte aber mit "Sie" oder? Jedenfalls ging es immer so: Frau H., kannst "Du" mir mal helfen?
Ist schon irgendwie süß, aber eben nicht so ganz korrekt.

Auf der Hinfahrt unterhielten sich zwei Jungs hinter mir, ich glaube sie waren von der Parallelklasse, über Zecken:
Du sag mal gibts hier Zecken?
Ja die gibts, aber ich habe da so ein Mittel, wenn ich das drauf mache dann haben die Zecken das Gefühl sie würden Fleisch mit Schimmel drauf essen.
Ich saß vor ihnen und musste grinsen.

Ein Mädel suchte einen Hausschuh in der Unterkunft:
Frau H. hast du meinen Hausschuh gesehen?
Wie sieht der denn aus?
Naja, er ist weiß bzw. hell und hat so was buntes drauf. Und hinten ist er offen da kann man reinkriechen!
Ach ne, dachten wir drei und bissen vor lachen fast in die Tischkannte. Ich kam mir vor wie bei "Dingsda".

Und noch ein kleiner Tipp am Rande, sollten die Kinder mal nicht schlafen wollen, einfach Kniebeuge machen lassen, irgendwann sind sie freiwillig ruhig und schlafen friedlich ein. :)

Ach fast vergaß ich die Kinderdisko zu erwähnen. An dem Mittwochabend war Disko angesagt und in unserer Unterkunft roch es wie in einer Parfümerie, und das bei einem Durchschnittsalter von 10 Jahren!!! Jedenfalls schauten Sandra und ich mal hin und tanzten auch ein wenig mit. Kamen da wohl nicht so zwei abgebrochene Meter daher, ich glaube der reichte mir grad bis zur Brust oder so, und meinten "He das ist doch kein Tanzen, so ist Tanzen". Ich glaube er kam sich mächtig cool vor, obwohl es eher aussah als wollte er auf er Stelle tretend ein Laufband immitieren. Als er dann das zweite Mal ankam und Sprüche klopfen wollte, lächelte ich süffisant und machte mit den Fingern eine Geste, dass er Abstand nehmen soll. Ich glaube da war der kleine Zwerg platt und machte keine weiteren Anstalten aufzumucken! Ne ne ne, da erlebt man echt was.

Freitag ging es dann wieder zurück, erst nach Frankfurt und anschließend nach Jena. Erholt und geschafft war ich gleichzeitig, aber immer wieder eine interessante Erfahrung mit solchen Knirpsen!