Sonntag, Juli 22, 2007

Kundenfreundlichkeit?

Als ich vor ein paar Tagen von Nordhausen nach Jena fahren wollte, meinte mein Auto etwa in der Mitte der beiden Städte eine Siesta einlegen zu müssen. Mein kleiner Micra wurde zu heiß, ich erschrak bei der Motoranzeige und suchte gleich ein Plätzchen zum Verweilen. Etwas komisch roch er schon und ich wusste nicht, wie lange ich schon in diesem Zustand fuhr. Also wurde der ADAC gerufen und ich wartete und wartete….Leider hatte ich kein Buch dabei, aber Omas leckeren Fressbeutel, damit das Enkelkind nicht verhungert. Ich weiß nicht ob es die Nähe zum Feld dort war, jedenfalls attackierten mich unzählige Male Bremsen. Ekliges Tierzeugs!

Als der nette ADAC-Engel dann endlich erschien und nachschaute, stellte er fest, dass die Wasserpumpe defekt war. Bis nach Jena sollte ich nicht mehr kommen. Also schleppte er mich zum nächsten Nissanautohaus in der Hoffnung, dass mir dort geholfen würde. Ich ging also hinein, es war kurz vor 18 Uhr und sogleich steuerte jemand auf mich zu. Ich schilderte mein Problem, er bat um meinen Fahrzeugschein und zeigte mir einen Tisch und Stühle, wo wir uns setzten. „Was haben sie denn für ein Problem?“ „Tja mein Motor wurde zu heiß, der ADAC musste mich abschleppen und sagte es ist die Wasserpumpe, die zu reparieren sei“, sagte ich. „Der ADAC meint also es sei die Wasserpumpe. Ich habe ja bereits gesehen, dass sie ein altes Auto haben. Ich glaube, dass es nicht die Wasserpumpe ist, sondern ihr Motor bzw. die Kopfdichtung. Ich muss ihnen ehrlich sagen, dass es sich bei so einem alten Auto kaum noch lohnt hinein zu schauen, dann entdeckt man immer mehr Mängel und die Kosten steigen in die Höhe“ ( Dieser Mensch hatte weder den Versuch unternommen mein Auto aus der Nähe zu betrachten, noch sich ein genaues Bild von der Schadensursache zu machen!) „na ja, irgendwie kann es doch aber repariert werden oder bzw. vielleicht sollte man erstmal schauen was es ist?“, sagte ich. „ Wie ist ihnen denn aufgefallen, dass der Motor zu heiß wird?“, fragte er. „ Na in dem ich auf der Anzeige gesehen habe, dass diese bereits am Anschlag war“, entgegnete ich. „ Ich möchte ihnen etwas sagen. Dass ihr Auto überhaupt 196500Km geschafft hat, grenzt an ein kleines Wunder bzw. zeigt, dass sie sich gut darum gekümmert haben. Im Normalfall schaffen die Kleinwagen nicht mehr als 100000Km und sie sind kaputt. Ich muss ihnen ehrlich sagen, ihr Auto ist mit dem heutigen Tage gestorben! Es ist wie mit dem Immunsystem beim Menschen, irgendwann hält auch dieses nicht mehr stand und man stirbt. So erging es ihrem Auto. Die Hitze hat ihm zuschaffen gemacht und es ist nicht die Wasserpumpe die kaputt gegangen ist, sondern der Motor, das Herz des Autos. Wir können leider nichts mehr dafür tun. Ich kann ihn gerne für sie verschrotten lassen und mache ihnen auch ein Angebot für einen gebrauchten. Wir haben dort ein paar schöne stehen für wenige Tausende“, sagte er. Während dieser Mensch sich anmaßte mein Auto für Tot zu erklären, schrie in mir alles und ich wäre am liebsten aufgestanden und gegangen. Aber mein Auto stand auf seinem Grundstück und ich musste irgendwie aus Sömmerda wegkommen. „ Naja, ich bin kein KFZ-Mechaniker und kann dazu nichts sagen {sagte ich in einem relativ neutralen und freundlich lächelnden Ton), aber ich wüsste doch gern wo ich hier eigentlich bin, schließlich muss ich von hier abgeholt werden. „Ja wie gesagt, ich biete ihnen gern ein neues oder gebrauchtes Auto an und nehme ihren Alten, fragen sie doch Verwandte Oma Opa, die lassen doch bestimmt einiges springen“. „tut mir leid, da sieht es leider schlecht aus, aber wüsste wirklich gern wo ich bin, damit ich mit abholen lassen kann“, sagte ich. „Ich gebe ihnen noch meine Visitenkarte und sie können sich ja bei mir melden“. Ich bedankte mich, ging nach draußen und hatte einen tierischen HALS!!!!!! So ein aufgeblasener Typ von Geschäftsführer will mir weismachen mein Auto hätte seinen Todestag und hat sich noch nicht mal die Mühe gemacht die Ursache zu suchen bzw. auch nur in die Nähe meines Kleinen zu kommen. Stattdessen wollte dieser Typ mir nur einen Neuen verkaufen! Ich war echt stinksauer und enttäuscht! Deutschland, wo ist deine Kundenfreundlichkeit?????

Also rief ich den Retter in der Not an, meinen Papa. Der düste aus NDH los und nach 30Km fiel uns ein, er hatte kein Abschleppseil dabei. Also fuhr er zurück und holte eine Abschleppstange. Nach einer Ewigkeit war er dann da und wir erprobten uns im Abschleppen. Das ging richtig gut und die ca. 60Km bis Jena gingen rasch vorbei. Dank seiner Automatik ruckelte es nicht zu sehr in unseren Autos. Ich wollte gern zu einer Autowerkstatt geschleppt werden, der ich vertraue und die meine letzten Reparaturen gemacht hatten. Wir stellten es dann dort ab und ich wollte gleich ganz früh am nächsten Tag vorbeischauen und es reparieren lassen. Ich war schließlich an dem Tag nach über 6h in Jena angekommen. Was für ein Tag und was für Arschgeigen es doch gibt! Ne ne ne.

Und das Ende vom Lied? Es war wirklich nur DIE WASSERPUMPE bzw. noch ein paar Kleinigkeiten und mein Auto fährt noch immer!!! Da wollte man meinen kleinen Kampfpanzer doch tatsächlich lebend begraben, aber nicht mit mir! Der dachte wohl auch ich sei auf der Wurstesuppe hergeschwommen und man könne mich für blöd verkaufen! Da hat er aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht! Ich kenne mein Auto und solange es immer wieder zu reparieren geht, wird dies auch gemacht und nicht einfach „für Tot erklärt“!grrrrrr.

1 Comments:

At 11:33 AM, Blogger petra_fuer_alle said...

Echt unglaublich!! Ich hoffe, du hast dir die Visitenkarte mitgenommen. Am besten gleich kopieren und an alle Nissan-Besitzer weiterreichen - damit sie wissen, um welches Haus sie einen Bogen machen müssen...

(Aber wenigstens hat man so was Lustiges zum Bloggen... ;o)

 

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