Segeln auf dem Ijssel- und Wattenmeer
Vor ca. 4 Wochen war ich im Rahmen einer Modulveranstaltung im Watten- und Ijsselmeer mit meinen Mitreferendaren segeln. Eigentlich wussten wir nicht worauf wir uns einließen, aber jeder war voller Erwartungen. :)
Am Sonntag reisten wir an und fanden unser Schiff im Heimathafen Harlingen, in den Niederlanden.

Wir lernen Niederländisch :)
Wir machten eine kleine Besichtigung der Stadt, wie die folgende Fotos zeigen.
Am nächsten Morgen ging es dann endlich los. Wir waren auf zwei Schiffen untergebracht, einmal wir als Erstsemester auf der Labor Sanitas und die höheren Semester auf der Gouden Boden. Und unter der Fahne segelten wir.
Das Wetter sah nicht so wunderbar aus, trotzdem erhofften wir einigermaßen auf dem Wasser zu bleiben. Wir segelten also los und nach dem Motto "learning by doing" sollten wir während der Fahrt alles erklärt bekommen. Hier konnte ich noch lachen.
Wir kamen also aus dem Hafen, schipperten in Richtung Schleuse und kamen ins Ijsselmeer. Der Himmel wurde immer dunkler, aber trotzdem sollte das Großsegel gehisst werden.
Zusätzlich kam noch das Fockesegel zum Einsatz und die Männer waren sehr beschäftigt. Als alles oben war, erwischte uns eine Böe, die innerhalb von nicht mal einer Minute die Richtung 3mal wechselte und uns hin und her warf. Ich glaube jeder verspürte ein wenig Panik, da wir nicht wussten was wir machen sollten. Zudem saßen wir auf der falschen Seite und hätten fast schön im Wasser gehangen. Aller Anfang war halt schwer. ;)Windstärke 8 hatten wir zu diesem Zeitpunkt und auf unseren Nachbarschiff ist der Fockebaum gebrochen.
Das Wetter verschlechterte sich zunehmend und wir steuerten den nächsten Hafen an. Damit war das Segeln für diesen Tag bereits um 14Uhr zu Ende.Hier ein paar Eindrücke von der Abendsonne
...und so sah es dann wettertechnisch am nächsten Morgen aus.
An Bord waren neben dem Skipper und seiner Familie auch noch ihr Hund, der zum Abendessen immer reinschaute.
Raus hätten wir am Dienstag nicht fahren können, also beschlossen wir durch die Kanäle zu fahren. Ich glaube gehört zu haben, die Skipper hätten das mit den Schiffen auch noch nicht gemacht. Na super!lach
Der Wind war richtig stark und vom Regen gar nicht zu sprechen.Irgendwann kamen wir an einer Brücke an, an der der Brückenwart gerade Mittagspause hatte. Somit mussten wir davor ausharren. Der Seitenwind war allerdings so stark, dass er uns an das Ufer drückte, an dem ausdrücklich stand, dass dort nicht "angelegt" werden darf. Allerdings drückte uns der Wind dorthin und der Besitzer kam heraus und hatte bestimmt auch noch nicht ein solches Schiff von 20 mal 5 m in seinem Vorgarten gesehen!!!!


Die Gouden Bodem lag neben uns und durch diese Enge mussten wir hindurch! Oje!
Die Parkbank hielt uns fest!:)
Dann kam endlich der Brückenwart und machte mächtig ärger. Irgendwann erklärte er sich bereit die Brücke zu öffnen, aber die Gouden Bouden kam durch den Wind nicht weg. Dann beschlossen einige unserer Männer das andere Schiff zu ziehen, damit sie nicht gegen das Ufer gedrückt wird.
Und als sie endlich vor der Brücke waren, machte der Brückenwart die Brücke wieder zu und lachte und jubelte. Ein Mann von ca. 70 Jahren benahm sich wie ein kleines Kind!ne ne neAuch unser Schiff mussten die Männer gegen den Wind ziehen. Doch wie kamen sie dann wieder ins Schiff? Einmal springen bitte!
Der Skipper steuerte nah ans Ufer, zwei standen an Bord und zogen die heranspringenden Männer herein. Was für eine Segeltour!Abermals brachen wir vorzeitig ab und blieben in einem Städtchen liegen. Von weitem sah man schon die Maste und irgendwie erinnert mich das an Anno 1806! Wie im Computerspiel.
Am nächsten Tag fuhren wir weiter durch die Kanäle und wollten endlich wieder ins Ijsselmeer zum richtigen Segeln. Hier kommt erst mal die Gouden Boden lang geschlichen. Lustig schauts aus oder?
Zwischenzeitlich hatten wird dann noch eine kleine Karambolasche mit einem kleinen Segelboot, was leider seinen Motor durch uns verlor! Naja, eigentlich war die Gouden Boden schuld, da sie auf uns zuschoss und wir ans Ufer gedrückt wurden und das Motorschiffchen im Weg war. Naja, aber es konnte alles geklärt werden. Und dann ging es richtig los. :)
Unser Skipper:
Die anderen beschlossen nicht mit ins Ijsselmeer zu fahren, zu viel war ihnen bereits in den letzten Tagen zugestoßen und so segelten wir allein weiter.Die Schräglagen waren echt genial. :)
Unter Deck sah auch entsprechend schräg aus.
Und unsere roten Gummianzüge waren auch der Hit.
Eine Menge verkehr auf dem Wasser ;).
Einige Stunden waren wir auf dem Wattenmeer unterwegs, bis wir in Vlieland hielten.Dort war gerade Ebbe und wir machten eine Wattwanderung.


Ich war auch da, der Beweis!
Mitten im Sand stand dieser riesige Holzstuhl. Wir Menschen sind imVergleich ganz schön winzig. :)
Am nächsten Tag ging es dann von Vlieland zurück nach Harlingen und letztlich nach Hause. Allerdings war es wieder recht stürmisch und wir mussten diesmal Schwimmwesten anziehen. Aber es ging alles glatt und wir kamen wieder leicht wankend an dem Festland an. :)Eine schöne und interessante Woche, das werde ich sicherlich irgenwann noch mal wiederholen. :).
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